SNAP: Versuchsstand zur Entwicklung von sensorbasierten neuronal-adaptiver Prothetik

Mit dem Projekt SNAP sollen in einem neuen und bisher nur in Teilbereichen etablierten Feld der Prothetik marktfähige Produkte und Dienstleistungen zur Individualisierung von Prothesen und Orthesen auf Basis eines aus mehreren Mess-Systemen bestehenden Versuchstandes entwickelt und am Markt umgesetzt werden. Die Besonderheit und der Innovationsgrad der aus dem Projekt abzuleitenden Produkte und Dienstleistungen sind, dass über Gehirnaktivitäten (neuronale Fingerprints bzw. MRCP, d. h. Movement Related Cortical Potentials) und die hieraus abgeleiteten physiologischen Kenngrößen orthopädische Hilfsmittel gesteuert werden sollen.

Der zu entwickelnde Versuchstand soll schnell und effektiv an die unterschiedlichen Anforderungen hinsichtlich der zu erwartenden Gangbilder angepasst werden können. Daher wird ein modularer Aufbau angestrebt.

Von der Aufzeichnung der physikalischen Bewegungsdaten mit synchroner Erfassung der dazugehörigen EEG Muster verspricht sich das Projektkonsortium neue Erkenntnisse zur Interpretation von EEG Daten. Diese können als Innovationsquelle für neuartige Prothesen dienen, bei denen die gewonnenen EEG Muster zur Steuerung komplexer Bewegungsabläufe von Prothesen eingesetzt werden. Darüber hinaus lassen sich hieraus neue Potenziale für die Rehabilitationsrobotik erschließen, indem vorhandene EEG Muster des Patienten genutzt werden, um technische Bewegungshilfen anzusteuern, mit denen die verloren gegangenen Funktionalitäten des Bewegungsapparates neu erlernt werden können

Der zu entwickelnde Versuchsstand kann dadurch von unterschiedlichsten technologischen Bereichen (Medizin-, Rehabilitations-, Steuerungs-, Feinwerk-, Werkstofftechnik, Neurowissenschaften, Maschinenbau, Robotik) genutzt werden, um neue Technologien und Techniken zu entwickeln und dies für die Entwicklung von individualisierten Prothesen und Orthesen zu nutzen. Patienten sollen mit diesen individualisierten Prothesen und Orthesen wieder best-möglich in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt integriert werden. Hierdurch wird die möglichst vollständige Wiederherstellung der sozialen Möglichkeiten, insbesondere in der Arbeitswelt, gefördert und einer Stigmatisierung der Betroffenen entgegen gewirkt.

 

 

Projektpartner

  • SNAP GmbH, Bochum
  • Ruhr-Universität Bochum (Lehrstuhl für Maschinenelemente und Konstruktionslehre, International Graduate School for Neuroscience)
  • Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum mbH (EGR)
  • Fachhochschule Münster (Labor für Biomechanik)
  • carat robotic innovation GmbH (Dortmund)
  • Firma Össur (Island)

Gefördert durch

  • Land Nordrhein-Westfalen
  • Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
  • Projetträger ETN